Turtelurlaub mit unverhofftem Zuwachs

08. - 21. Juni 2008

 

 

Frisch verliebt (wir sind erst im Januar 2008 zusammen gekommen) starten wir am 08. Juni in unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Nach einem knapp dreistündigen Flug landen wir glücklich in Thessaloniki um von dort aus direkt mit dem Bus nach Kavala zu fahren (ca. 200 km). Hier startet die Fähre nach Thassos / Limenas.

 

Andere Möglichkeiten nach Thassos zu gelangen wäre ein Flug nach Chrisoupoli direkt bei Kavala und von dort mit der Fähre oder mit dem Auto, dann aber den Hafen von Kermoti ansteuern (Autofähre). Egal ob man zuerst mit dem Flugzeug angereist ist oder mit dem Auto, Zug oder Bus – den letzten Weg muss jeder mit der Fähre nach Thassos fahren.

 

 

Unterwegs auf der Fähre begleiten uns jede Menge Möwen, welche sich sogar aus der Hand füttern lassen. Manchmal soll man auch Delfine sehen können, dies ist uns jedoch leider verwehrt geblieben. In Limenas (Hafen von Thassos) angekommen, werden wir dann mit dem Bus direkt zu unserem kleinen Hotel "Kohylia" nach Limenaria gebracht. Es ist ein kleines, familiengeführtes Hotel mit ca. 20 Zimmern und einem kleinen Pool (hatte zu jener Zeit leider noch keinen direkten Zugang zum Strand, soll es aber jetzt haben) und bietet lediglich Frühstück an (was in Griechenland allerdings nicht tragisch ist, da man dort überall sehr lecker essen kann). Wir fühlen uns von Anfang an pudelwohl dort.

 

Wer es gerne etwas komfortabler oder auch eigenständiger haben möchte, kann hier eine von vielen Hotelanlagen, Ferienwohnungen oder Appartements buchen.

 

 

Da das Hotel etwas abseits vom Geschehen liegt und wir gerne flexibel sind um die Insel zu erkunden, mieten wir uns direkt für 2 Wochen einen Roller. Lustigerweise ist die Roller-Vermieterin aus Deutschland, somit haben wir auch keinerlei Verständigungsprobleme.

 

Zur Entdeckung der Insel empfiehlt es sich ein Auto oder Roller zu mieten, um auf der 90 km langen Küstenstraße oder auch in malerische Bergdörfer zu gelangen. Wer dies nicht möchte kann auch den Bus nehmen. Die Busse fahren an der Küste entlang und halten in den Dörfern und den beiden größeren Städten.

 

Wenigstens eine Tina von uns war schon immer etwas verrückt und zwar hundeverrückt (nun sind wir es beide) und so hatten wir uns schon im Vorfeld erkundigt, wie es wohl ist als Flugpate zu fungieren bzw. welche Hilfsorganisationen gibt es vor Ort die wir unterstützen können.

So sind wir auf Suzanne von FOS Thassos gestossen, die eine Auffangstation in den Bergen von Rachoni unterhält sowie auf Herrn Franke (www.wuestenwolf.de), der damals Flugpatenhunde aus Thassos kommend am Flughafen in Deutschland abgeholt und sie dann weiter vermittelt hat.

Es blieb also nicht aus, dass wir uns am zweiten Urlaubstag auf den Weg in die Berge von Rachoni machten, um Suzanne und ihre Hunde zu besuchen. Leichter gesagt als getan! Da sie und ihre Auffangstation auf Thassos nicht gerne gesehen wurden und mit großen Anfeindungen zu kämpfen hatte, wusste man zwar, dass sie irgendwo in den Bergen zu finden ist, aber keiner wusste (oder wollte es wissen) wo genau. So brauchten wir mehrer Anläufe um sie endlich zu finden. Nebst zahlreichen Hunden (zu der Zeit ca. 100) und Katzen waren auch zwei ausgediente Esel anzutreffen. Sofort war für uns klar: Wir nehmen so viele wie möglich mit nach Deutschland, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Als ein kleiner, brauner Welpe unter einem Wohnwagen herausgekrochen kam,  verliebten wir uns sofort und da wussten wir dann auch: Den behalten wir!!!

Lange Rede, kurzer Sinn: wir nahmen insgesamt 4 Hundewelpen (je 2 in einer Katzenbox) im Passagierraum von Germanwings mit. Den ganzen Papierkram, Impfungen usw. übernahmen die Leute von FOS und Herr Franke begrüßte und schon am Düsseldorfer Flughafen und nahm die anderen 3 Welpen in Empfang. Alles ganz problemlos. 

 

Jetzt denken vielleicht einige: Warum noch Tiere aus dem Ausland holen, unsere Tierheime sind doch voll genug.

Es ist aber so, dass in Deutschland die Tiere nicht einfach getötet werden. Für jeden besteht die Möglichkeit zu helfen, z.b. als Flugpate.

 

Natürlich haben wir in den zwei Wochen nicht nur unseren "Yannis" (der Hund braucht doch einen griechischen Namen, und Ouzo war mir dann doch zu komisch) besucht, sondern uns auch die Insel angeschaut.

 

Entlang der Küstenstraße gibt es noch viele kleine, einsame Buchten oder schöne Strände mit kristallklarem Wasser, an denen man schwimmen und relaxen kann.

 

Inmitten der sehr grünen Berge liegen urige Bergdörfer, für uns am schönsten Kallirachi, Potamia und Panagia. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und man ist mitten im ursprünglichen Leben der Griechen mit ihren Ziegen und Eseln. Man kann herrlich auf den Marktplätzen unter großen Platanen oder in gemütlich kleinen Tavernen verweilen.

 

Wir haben den berühmten Markt in Prinos besucht, sind durch Olivenfelder gewandert oder haben eine der Sehenswürdigkeiten der Insel wie z.B. das Kloster Archangélou besichtigt.

 

Abends kann man den Tag dann z. B. im Hafen von Limenas bei einem leckeren Essen mit frischem Fisch oder einem Cocktail zum Sonnenuntergang ausklingen lassen.

 

 

FAZIT:

Obwohl Thassos zu einer der größten Inseln Griechenlands gehört, ist sie touristisch noch nicht so überlaufen.

Die nördlichste in der Ägäis liegende Insel ist sehr grün, bergig und ursprünglich. Ob man an traumhaft langen Stränden oder einsamen Buchten baden will, sich für Kultur interessiert oder auf Spuren der griechischen Geschichte wandeln möchte, die Insel hat für jeden was zu bieten. Es gibt regelmäßige Märkte und nette Tavernen. Wir haben noch lange nicht alles gesehen und kommen bestimmt wieder.

 

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